Hinter den Kulissen: Drei Fragen an…

…Benjamin Eisenberg und Robert Alan. Bereits in zwei Wochen sind die beiden Künstler im Rahmen der Kabarett-Bundesliga bei uns im Theater3 zu Gast. Über absolute No-Gos, Konkurrenz, Bier und Ideenfindungsphasen plaudern die Beiden im heutigen Interview. (Für den Abend am Freitag, 27. Januar 2017, um 20 Uhr sind übrigens noch ein paar Plätze frei: Der Kartenvorverkauf erfolgt über die Tourist-Information Goslar am Markt (Tel. 05321-78060, E-Mail tourist-information@goslar.de) oder das Goslarer Theater (Tel: 05321.2855, E-Mail goslar@cineplex.de)).

 

Benjamin Eisenberg

Im Gespräch mit Benjamin Eisenberg

 

Benjamin, was bedeutet die Teilnahme an der Kabarettbundesliga für dich?

Man lernt Spielstätten und Veranstalter kennen, zu denen man zuvor noch keinen Kontakt hatte und bekommt die Chance, sich dem Publikum in den Städten vorzustellen. In Goslar war ich beispielsweise noch nie, und freue mich sehr auf den Abend, zumal mir meine Kollegen schon was vorgeschwärmt haben. Außerdem lernt man viele neue Kollegen kennen oder trifft alte Bekannte wieder. Der Wettbewerbsgedanke ist eigentlich sekundär. Was natürlich nicht heißt, dass die Zuschauer in Goslar mich nicht wählen sollen. [grinst]

 

Das Goslarer Publikum ist auch schon ganz gespannt auf dich! Du parodierst das aktuelle Zeitgeschehen und kommst damit auch an der Politik nicht vorbei. Gibt es dennoch Themen, die du in deinen Shows nie behandeln würdest und es bislang auch nicht getan hast? Wenn ja, welche und warum?

In der letzten Zeit kam ja immer wieder die Frage auch, wie weit Satire gehen darf. Da zieht jeder Künstler seine eigenen Grenzen. Grundsätzlich würde ich nie irgendein Thema ausschließen. Meines Erachtens sollten halt nie die Ohnmächtigen zur Zielscheibe von Satire werden, sondern die Aggressoren. Es kommt dann individuell auf die Herangehensweise an und manchmal auch auf den Zeitpunkt. Es gibt ja die Formel: Komödie = Tragödie plus Zeit. Es wird aber immer Menschen geben, denen in einer bestimmten Situation die Distanz zu einem bestimmten Thema fehlt und daher diesbezüglich auch der Humor.

 

Humor ist ein gutes Stichwort! Ist ein Auftritt von dir schon mal völlig daneben gegangen?

Jeder hat ja ein paar Auftritte, an die er nicht gern zurückdenkt. Man muss da unterscheiden, ob es an einem selbst gelegen hat, oder ob die Bedingungen einfach nicht stimmten. Manchmal ist ein Auftritt, für den man gebucht wurde, einfach unangemessen und passt nicht in den Rahmen.

 

Hast du ein Beispiel?

Ja, Stichwort Weihnachtsfeier. Man braucht halt gar nicht erst zu versuchen, Polit-Pointen zu setzten, wenn ein Teil des Publikums “Finger im Po – Mexiko” gröhlt. Derartige Situationen kennt jeder Kollege. Aber unter normalen Umständen hab ich eigentlich nie ein Problem.

 

Was ist deiner Meinung nach Sinn und Zweck des Kabaretts?

Hauptsächlich geht es darum, den öffentlichen Diskurs zu ironisieren. Die Zuschauer sollen alles verlachen dürfen, was sie nervt oder peinigt. Insofern hat das Kabarett im Sinne von Freud auch eine Entspannungs- und Entlastungsfunktion. Wenn man sich sonst auch nicht mehr zu wehren weiß, die Gedanken sind frei, und den Humor kann man den Menschen nicht nehmen. Gerade heutzutage ist ja vieles nur noch mit Humor zu ertragen – ob nun Politisches oder Alltägliches. Vielleicht ist der Bedarf an Comedy und Kabarett deshalb auch so enorm.

 

Hast du während deiner Programm-Tour viel Zeit in Städten, sodass du schon mal einen Eindruck von den Leuten gewinnen kannst?

Leider bleibt in der Regel nicht viel Zeit, sich am selben Tag noch die Orte in Ruhe anzuschauen. Anreise, Einchecken im Hotel, Soundcheck, Auftritt, Hotel, Frühstück, Abreise. Manchmal liegen Off-Tage dazwischen, oder man verlängert einfach mal einen Aufenthalt. Im April freue ich mich z. B. auf zwei Auftritte auf Norderney und Juist. Da kann man dann mal Arbeit und Urlaub kombinieren.

 

Vielen Dank für das nette Gespräch!

Sehr gerne.

 

Das politische Kabarett ist angeblich tot. Benjamin Eisenberg ist quicklebendig. Sind es doch sonst die Bürger, die zur Zielscheibe der Medien, der Politik oder der Wirtschaft werden, dreht Eisenberg den Spieß um und hat in seinem stets aktuellen Solo-Programm alles: „Im Visier“. Im humoristischen Fokus: Regierung, Opposition, Bundeswehreinsätze, Ministerposten und Anti-Terror-Maßnahmen–nichts wird von dem Bottroper Kabarettisten vor Ironie und Sarkasmus verschont. Bei seiner satirischen Analyse des Zeitgeschehens bringt Eisenberg immer wieder Parodien bekannter Persönlichkeiten ein, die seine zielsicheren Pointen untermauern. Den VHS-Schnellkurs „Wie parodiert man korrekt Angela Merkel?“ gibt es gratis. Die Presse lobt: „Ein smarter scharfzüngiger Bursche in der Nachfolge eines Dieter Hildebrandt.“ (Die Welt). Weitere Infos zum Künstler: Hier klicken!

 

 

Robert Alan

Im Gespräch mit Robert Alan

 

Robert, auch wenn man dich schon fast als alten Hasen im Kabarett bezeichnen kann – bist du dennoch vor Auftritten nervös? Und wenn ja, was hilft dir dagegen?

Alter Hase ist gut, wo ich doch beim Schnaps kaufen ab und an noch nach ‘nem Ausweis gefragt werde. Nervös würde ich nicht sagen. Das ist eher ein leichtes angenehmes Kribbeln unter den Hirnlappen das in einer Explosion im linken kleinen Zeh endet sobald ich auf der Bühne am Piano sitz’.

 

An welchen Orten kommen dir die besten Ideen für neue Showprogramme und Auftritte? Wo suchst du dir gerne Inspiration?

Ich verbringe sehr viel Zeit im Zug. Da lese und schreibe ich viel. Überhaupt kommen die meisten Ideen sobald man in Bewegung bzw. auf Reisen ist. Wenn ich zuhause am Piano sitz’, kommt da eher weniger rum, da wird dann nur das geübt was man sich unterwegs ausgedacht hat.

 

Sehr kreativ! Besucht man als Kabarettist/Künstler auch Shows von anderen Kabarettisten? Und warum?

Klar macht man das. Aus dem einfachen Grund, weil es so viele gute Kabarettisten gibt, die man sich unbedingt anschauen sollte. Das hilft einem auch selber auf andere Denkweisen zu kommen und ist immer guter Input. Man lernt einfach viel dabei anderen zu zu sehen. Fussballspieler schauen sich ja auch die Championsleaque an…

 

Stimmt, das macht Sinn! Kommen wir mal zur Kabarett-Bundesliga: Welche Chancen siehst du bei diesem Wettbewerb für dich?

Für mich ist die Kabarett-Bundesliga dazu da, um mir eine größere Fanbase zu erspielen und meine Visitenkarte in den jeweiligen Theatern zu lassen. Klar, will man da auch nicht unbedingt Letzter werden. Aber nur um des Wettbewerbes Willen macht das niemand. Außerdem lernt man viele Kollegen kennen und sieht natürlich auch einen Teil ihres Programms. Wo wir wieder bei dem guten Input wären…

 

Viele Künstler sind nach ihrem Auftritt ziemlich aufgedreht und völlig wach, obwohl es teilweise schon spät in der Nacht ist. Sie müssen direkt weiter in die nächste Stadt und zum nächsten Auftritt. Wie kommst du mit dem Stress und der Hektik klar? Hast du bestimmte Rituale, die dich entspannen? Wie sieht die Zeit unmittelbar nach deinem Auftritt aus?

Nach meinen Auftritten häng’ ich gerne noch mit den Kollegen bzw. Veranstaltern, Besuchern an der Bar rum. Viele gehen danach auch gleich ins Hotel, aber mir ist der Austausch nach einer Show schon wichtig. Und Bier trinke ich auch gerne. Das kann man gut verbinden.

 

Auf jeden Fall! Danke Robert für das Gespräch!

Gerne!

 

Robert Alan wollte früher Rapper werden. Diese wurden aber Mitte der 90er Jahre mit großer Beliebtheit erschossen, sodass er beschloss, ungefährlichere Musik zu machen. Seitdem sitzt er als Swinger-Songrider am Klavier – frei nach dem Motto „Don’t shoot me, I’m only the Piano player!” In seinem ersten Soloprogramm „Die Robert Alan Show“ erzählt der DDR-Flüchtling von seinem Werdegang vom harten Rapper zum härteren Humoristen, singt Lovesongs und tanzt wie ein junges Rehkitz. In der Schule hieß es immer „Robert du bist nicht faul, sondern dumm.“ Trotzdem darf er heute auf Kabarett Veranstaltungen spielen und hat sogar den einen oder anderen Kabarettpreis gewonnen. Darunter das renommierte „Passauer Scharfrichterbeil 2015“. „Er blödelt, philosophiert, singt, rapt, spielt, tanzt, erzählt, zeigt nackte Haut. ‚Dazu ist die Bühne da – um sich auszutoben‘, sagt Robert Alan“ (Schwäbische Post). Weitere Infos zum Künstler: Hier klicken!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.