Zwischen Männerproblemen und Brexit-Party

Ein deutsch-österreichisches Duell der Kabarett-Bundesliga hat es in der aktuellen Saison im Theater 3 noch nicht gegeben. Christine Schütze aus Hamburg traf am Samstag, 18. März 2017, auf den sympathischen Österreicher Christof Spörk. Es war wieder soweit: Moderator und Cineplex-Geschäftsführer Florian Wildmann eröffnete den 5. Spieltag der Kabarett-Bundesliga.

Ladies First – Christine Schütze machte den Anfang und heulte sich zunächst bei den Gästen über ihren Ex-Freund Klaus aus, der leider auch wie ein Klaus ausgesehen hat. “Für Klaus solls rote Rosen regnen – aber bitte mit Vasen”, sang die begabte Pianistin in hohen Tönen. Zudem vermisse sie die echten Kerle, denn die jetzige Männergeneration sei bloß “domestiziert und parfümiert”. “Mit Strohhut und Strickmütze wärt ihr kein Johnny, sondern nur ein Depp.” Über Helikoptermütter, dessen Kinder keinen freien Tag in der Woche haben, über ein tiefgründiges Gedicht zur Marke “Ich” gab sie den Goslarern noch schnell einen Blitzkurs zum Thema “Was ist Deutsch?”. Den Inhalt kennen wir doch alle: Die Fernbedienung liegt an ihrem Platz, Bewegungsmelder im Vorgarten – oft getarnt als Gartenzwerge, das Pinkeln im Stehen ist nicht erlaubt und man liebt Currywurst… Klaviertalent Schütze brachte das Publikum zum Lachen und Applaudieren und bewies einmal mehr, dass Kabarett von Frauen nicht einfach nur “Frauen-Kabarett” ist.

Christine Schütze schwelgt in Erinnerungen an ihren “Klaus”.

 

Auch ohne Klavier ist Christine Schütze ein wortgewandtes Ausnahmetalent.

 

“Der einzige Ausländer hier auf dieser Tour”, Christof Spörk, wurde von Moderator Wildmann bereits groß wegen seines charmanten Dialekts angekündigt. Der Entertainer legte sofort los und erklärte, er komme aus einem Lärmschutzwandland. Diese Wände seien überall an österreichischen Autobahnen. “Ich bin stolz drauf, als Niederösterreicher das Land noch von der Autobahn aus gesehen zu haben”. Die Goslarer lud er daraufhin auf eine Busreise von Wien nach Salzburg ein (den Flug nach Wien müsste aber jeder selber bezahlen). Von der Erstbesteigung dieser Wände kam er auf seine kubanische Frau und die gemeinsamen vier Kinder zu sprechen. Er erklärte, warum er “Aber-Sätze” überhaupt nicht leiden kann (“die kommen daher wie eine Schmusekatze”) und lies sich mit Anekdoten aus seiner Schulzeit über das österreichische Schulsystem aus. “Da wurde doch dieser Bildungstest Pisa nach ‘nem schiefen Turm benannt!” Ganz unpolitisch konnte er die Bühne nicht verlassen und erzählte über die Brexit-Party auf einer schweizerischen Alm, zu der unter anderem Haxit, Dexit und Fraxit geladen sind und es zu einem großen Streit kommt. “Die Moral von der Geschicht’: Alle überleben nicht – nur der Hüttenwirt in der Schweiz, denn Brexit hatte vorbezahlt.”

Ein musikalisches Talent: Christof Spörk mit Akkordeon.

 

Zeitweise ungläubig und erschrocken ist der Kabarettist über Politik und das Schulsystem.

 

Auch die Klarinette beherrscht er sicher.

 

Nach der Auszählung setzte sich Christof Spörk mit 5,43 zu 4,57 Punkten knapp gegen Christine Schütze durch und holte den Sieg nach Hause. Der charmante Österreicher führt aktuell die Rangliste der Kabarett-Bundesliga-Saison 2016/17 an.

 

Knapper Sieg: Christof Spörk (li.) gewinnt den Abend.

 

Eine große Überraschung gab es an diesem Abend allerdings noch. Als Künstlerbegleiter von Christine Schütze durften wir den Schauspieler und Entertainer Sky du Mont bei uns begrüßen:

Sky du Mont (li.) mit Cineplex-Geschäftsführer Florian Wildmann.

 

Künstler unter sich: Mit Christof Spörk (li.) tauscht er sich auch gerne aus.

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