Queer: Erfolgreicher Start des ersten schwullesbischen Kinos in Goslar

“Wir freuen uns total, dass ihr hier seid, denn wir wussten nicht, was uns erwartet”, begrüßte Theaterleiterin Melanie Wilberz am Donnerstag, 20. Juli 2017, die 60 Gäste der ersten Veranstaltung des schwullesbischen Kinos in Goslar. Was direkt zu Beginn des Abends klar wurde: Die Stimmung war ausgelassen und sehr gut. Die Queer-Veranstaltungsreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Präventionsnetzwerk “SVeN – Schwule Vielfalt erregt Niedersachsen” regelmäßig alle zwei Monate an jedem dritten Donnerstag statt. “Wenn euch der Film gefallen hat, sagt es nachher weiter”, ermunterte Matthias Gutzmann vom Schwulen StammtischHarz die Gäste. “Wenn es euch nicht gefallen hat, erzählt es auch weiter. Dann haben die, die nächstes Mal kommen, wenigstens noch einen ‘beschisseneren Abend’ als ihr.”

Zur Auftaktveranstaltung haben sich zahlreiche Institutionen und Netzwerke aus dem Landkreis Goslar im Foyer des Goslarer Theaters präsentiert: Gabi Wegener von der Aidshilfe Goslar e.V., Hans Hosang vom Verein “Er gehört zu mir e.V.”, Matthias Gutzmann von “Schwuler StammtischHarz” und René Daniels von “SVeN”. Neben vielen Informationen hatten die Gäste die Möglichkeit, bei einem Glas Sekt den Abend einzuläuten sowie Freunde und Bekannte zu treffen. Als ersten Film dieser Reihe zeigten wir um 19.30 Uhr die deutsche Dokumentation “Dream Boat” von Tristan Ferland Milewski. Einmal jährlich treffen sich gut 3.000 Männer auf dem sogenannten „Dream Boat“, einem Kreuzfahrtschiff ausschließlich für Schwule. Die Reisenden buchen ihre Fahrt auf dem Schiff aus den unterschiedlichsten Gründen: Einige wollen endlich sie selbst sein, wie etwa Dipankar aus Indien, der seiner arrangierten Ehe entkommen will und auf der Suche nach seinem Traummann ist. Andere werden in ihrer Heimat wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und suchen, so wie Ramzi aus Palästina, Zuflucht auf dem „Dream Boat“. Phillipe hingegen sitzt im Rollstuhl und betrachtet die Männer auf dem Schiff als eine Art Ersatzfamilie, seit seine eigene Familie den Kontakt zu ihm abgebrochen hat. Andere wiederum sind einfach nur an Bord, um andere Männer kennenzulernen und genießen die große Auswahl.

Inhalt, Handlung und Aufmachung des Films brachte alle zum Lachen und Nachdenken. Jürgen, Miguel und Rodriguez sind extra aus Braunschweig angereist, um den Film zu sehen und an der Veranstaltung teilzunehmen. “Der Film hat uns richtig gut gefallen”, sagte Jürgen. Es sei wichtig, dass dieses Thema weiter in den Mittelpunkt gerückt wird.

 

 

Das nächste schwullesbische Queer-Kino findet am Donnerstag, 21. September 2017, um 19.30 Uhr im Goslarer Theater statt. Wir zeigen den Dokumentarfilm “Mein wunderbares West-Berlin” (FSK 16, Deutschland, 98 Minuten). Wir laden euch ab 19 Uhr zu einem Glas Sekt in unserem Foyer ein. Der Eintritt beträgt 6 Euro pro Person. Ort: Theater 3 (Kino 1) im Goslarer Theater, Breite Straße 86, 38640 Goslar.

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